
Sie hat die Fäden in der Hand. Ist in ihrem Märchen Erzählerin
und Königin zugleich. Aufrecht sitzt Stefanie-Alraune Siebert auf
dem Sofa in dem Tübinger Weinberghäuschen, das sie mit ihrem
Mann seit 25 Jahren bewohnt und belebt. Ihre Haut wie Schnee,
die Lippen wie Blut, ihre Kleider wie Ebenholz. „Ich trage fast nur schwarz, es ist ja schon bunt genug um mich herum“, sagt die 59-Jährige lachend und streicht ihr rotes Haar wie eine Schleppe zurück, gießt sich Tee ein.